Bayern-Basketballern gelingt dank perfekter Schlusssekunden das große Krimi-Comeback
Was für eine Willensleistung: Die Basketballer des FC Bayern München liegen beim FC Barcelona bis in die Schlussminute zurück, dann wendet sich das Blatt. Am Ende eines Krimis steht ein großer Sieg.
Bayern Münchens Basketballer haben mit einem irren Comeback in der Euroleague einen großen Schritt in Richtung Play-offs gemacht. Das Team von Coach Gordon Herbert gewann 102:101 beim FC Barcelona und bleibt nach dem 18. Sieg weiter unter den Top sechs, die sich direkt für das Viertelfinale qualifizieren. Gut eine Minute vor Schluss hatte es für den deutschen Meister noch nach der dritten Pleite in Folge ausgesehen.
Obwohl es in Barcelona beinahe ausgeglichen in die Pause ging (56:55), hätten die ersten Viertel kaum unterschiedlicher verlaufen können. Während in der Anfangsphase die Führung alleine 15-Mal wechselte, bestimmten das zweite Viertel die im Basketball so berühmten Runs. Dabei setzten sich die Bayern zunächst mit elf Punkten ab, bevor den Gastgebern ihrerseits zehn Zähler in Folge gelangen.
Sechs Punkte in der letzten Minute drehen das Spiel
Auch nach der Pause blieb München lange auf Augenhöhe mit den formstarken Spaniern, schien im Schlussabschnitt aber letztlich doch abreißen lassen zu müssen. Als Barcelona dann bereits wie der sichere Sieger aussah, stürmten die Bayern tatsächlich noch einmal zurück und holten sich 17 Sekunden vor dem Abpfiff durch Freiwürfe von Vladimir Lucic die erneute Führung. Eine letzte Antwort der Hausherren blieb aus.
"Das war ein Sieg des Charakters. Wir hatten zwei schwere Minuten am Ende der ersten Halbzeit – und zwei grandiose am Ende des Spiels", schwärmte Bayerns Weltmeister-Coach Gordon Herbert. "Ich bin sehr stolz auf unsere Spieler, sie waren elf hinten, dann noch sieben Punkte zurück. Aber sie haben nicht aufgegeben, weitergekämpft und einige große Plays gehabt an beiden Seiten des Feldes."
Überragender Mann im Herbert-Team war Carsen Edwards mit 23 Punkten, für Barcelona kam der langjährige NBA-Profi Jabari Parker ebenfalls auf 23 Zähler. Zeit für eine ausgiebige Feier bleibt den Münchnern nicht. Schon in zwei Tagen ist das serbische Spitzenteam Partizan Belgrad in der Landeshauptstadt zu Gast.