Barbara Schöneberger litt am "Hochstapler-Syndrom"

Seit weit über 20 Jahren ist Barbara Schöneberger nicht mehr aus dem Fernsehen wegzudenken. Inzwischen gilt sie als Moderations-Allzweckwaffe. Doch das war nicht immer so, wie sie nun offenbart. Zumindest sie selbst habe lange nicht an sich geglaubt.

Von "Denn sie wissen nicht, was passiert" über "Verstehen Sie Spaß?" bis hin zu ihrem regelmäßigen Einsatz für den Eurovision Song Contest - Barbara Schöneberger zählt zu den bekanntesten Moderatorinnen Deutschlands und ist senderübergreifend fest im TV-Programm verankert. Dabei habe sie lange an ihren Qualifikationen gezweifelt, verrät sie nun in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.

Sie habe "bestimmt zehn Jahre lang" unter dem auch als "Hochstapler-Syndrom" bekannten Impostor-Syndrom gelitten, sagt Schönenberger. "Das bedeutet, dass plötzlich aufgedeckt wird, dass man in Wahrheit gar nichts kann." Diese Angst habe sich erst 2008, mit der "NDR Talk Show", gelegt. "Aber davor fühlte ich mich lange eher wie ein Zufallstreffer."

Möglicherweise liege dies auch daran, dass sie neben ihrem Studium der Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg eher zufällig mit ersten Jobs ins Fernsehgeschäft eingestiegen sei. "Im Rückblick ist mir vieles schleierhaft. Meine Karriere war nun wirklich nicht geplant. Wie alle vernünftigen Leute im Fernsehen komme auch ich aus einem eher bürgerlichen Elternhaus, habe studiert, irgendwann abgebrochen und bin nur durch Zufall vor der Kamera gelandet."

"Das war meine Welt"

Zunächst sei sie vor allem wegen ihres Aussehens gebucht worden. "Ich sollte fürs Fernsehen einfach immer etwas bunt sein und ansonsten den Mund halten. Das sexy Mäuschen halt. Das war natürlich nicht das, was ich mir für mein Leben vorgestellt habe." Dennoch habe sie ihre Tätigkeit nicht hinterfragt. "Damals war es eben modern, dass junge Assistentinnen älteren Moderatoren Schecks angereicht haben. Das war meine Welt."

Geholfen hat ihr dabei wohl ihre optimistische Sichtweise: "Ich habe mir die Welt aber immer so gemacht, wie ich sie sehen wollte. Und wenn es mal nicht so gut lief, habe ich mir das vor allem immer auch selbst verziehen." Sie sei einfach "mit Teflon beschichtet", so Schöneberger. Damit habe sie ideale Voraussetzungen für eine Karriere im Showbusiness. "Ich kann hervorragend verdrängen, ich nehme nichts persönlich und ich bin komplett uneitel, denn ich nehme weder Kritik noch Lob besonders ernst. Beides perlt an mir ab."

Ans Aufhören denkt Schöneberger, die 1998 als Assistentin von Elmar Hörig in der Sat.1-Spielshow "Bube, Dame, Hörig" gestartet war, noch lange nicht. "Arbeit macht uns zu besseren Menschen, mich auch. Ich liebe alles, was mit Menschen und der Beschäftigung mit anderen Menschen zu tun hat." Es sei wichtig, "immer weiterzumachen". Sie sei ein besserer Mensch, wenn sie eine Aufgabe habe - das müsse allerdings gar nicht unbedingt eine TV-Show sein. Sie fungiere auch zu Hause gerne als Gastgeberin. "Ich würde am liebsten einfach mich, mein Haus und meine gute Laune zur Verfügung stellen und es anderen Menschen schön machen." Sie müsse nur etwas Sinnvolles zu tun haben.

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