Immobilienpreise steigen - nur auf dem Land wird's billiger

Jahrelang kennen die Immobilienpreise nur eine Richtung: Seit 2008 steigen und steigen sie. Auch im vierten Quartal des vergangenen Jahres gibt es ein leichtes Plus. Nur Objekte in dünn besiedelten Gegenden verlieren an Beliebtheit.

Die Preise für Immobilien haben in den meisten Gegenden Deutschlands weiter zugelegt. Im vierten Quartal 2024 verteuerten sich Wohnungen und Häuser im Schnitt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Damit sind Immobilien zuletzt auch teurer gewesen als vor einem Jahr: Die Preise lagen zwischen Oktober und Dezember 2024 im Schnitt um 1,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

In den meisten Gegenden mussten Käufer mehr bezahlen. "Nur in dünn besiedelten ländlichen Kreisen waren die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufig", so die Statistiker. Dort kosteten Wohnungen im Durchschnitt 1,2 Prozent sowie Ein- und Zweifamilienhäuser 0,9 Prozent weniger.

In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) musste für Wohnungen 1,6 Prozent mehr gezahlt werden als im vierten Quartal 2023. Häuser kosteten 1,1 Prozent mehr. Im Vergleich zum Vorquartal sanken die Preise für Wohnungen dagegen um 0,3 Prozent, während sich Ein- und Zweifamilienhäuser um 3,9 Prozent verteuerten.

Bauzinsen treiben Preise jahrelang

In den kreisfreien Großstädten stiegen die Preise für Wohnungen um 2,5 Prozent zum Vorjahresquartal, während sie sich für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,2 Prozent erhöhten. Im Vergleich zum Vorquartal kosteten Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser jeweils 0,2 Prozent mehr.

2023 hatte es früheren Angaben zufolge mit 8,4 Prozent den stärksten Rückgang der Wohnimmobilienpreise in Deutschland seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000 gegeben. Von 2008 bis 2022 hatten sich Wohnimmobilien kontinuierlich verteuert - getrieben auch durch niedrige Bauzinsen, die danach jedoch wegen der Inflation gestiegen sind. Daten für 2024 will das Statistikamt zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen, da die Ergebnisse rückwirkend bis 2022 korrigiert werden müssen.

Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge wurden Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr 1,5 Prozent günstiger gehandelt als 2023. Einfamilienhäuser notierten demnach um 1,6 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 3,0 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Analysten zufolge dürften die Immobilienpreise in diesem Jahr um durchschnittlich 3,5 Prozent steigen. In den beiden kommenden Jahren soll das Plus dann bei jeweils drei Prozent liegen.

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