Merz bereut Mailboxnachricht bei Haßelmann
Gut gemeint muss nicht immer gut gemacht sein – das hat vor Kurzem auch Friedrich Merz erfahren. Der CDU-Chef hatte der Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann nach der Sondierungseinigung von Union und SPD eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen, um Gespräche mit den Grünen über das riesige Finanzpaket vorzubereiten. Bei den Grünen, deren Stimmen nötig sind, um mit dem alten Bundestag noch Grundgesetzänderungen zu erreichen, kam dies zunächst nicht gut an.
Nach dem Wirbel darum würde Merz nicht noch einmal so vorgehen, sagte er nun der »Bild am Sonntag« . »Wenn ich gewusst hätte, dass eine wirklich gut gemeinte Nachricht auf die Mailbox von Frau Haßelmann solche Wellen auslöst, dann hätte ich auf diese Nachricht verzichtet und versucht, auf andere Weise so schnell wie möglich mit ihr in Kontakt zu kommen.« Er habe sie lediglich vor der Pressekonferenz am Samstag nach den Sondierungsgesprächen unbedingt informieren wollen. »Mir war nur wichtig, sie zu erreichen«, warb Merz um Verständnis für sein Vorgehen.
Am Ende hatten die Gespräche zwischen Union und SPD einerseits und den Grünen andererseits Erfolg. Am Dienstag könnte der alte Bundestag die Grundgesetzänderungen beschließen, am Freitag steht die Befassung im Bundesrat an.
Auch die Regierungsbildung geht voran: CDU, CSU und SPD hatten am Donnerstag formell ihre Koalitionsverhandlungen begonnen. Fast 256 Politiker verhandeln miteinander. Die Arbeitsgruppen sollen nach dem Start der Gespräche nach zehn Tagen Ergebnisse vorlegen, also am 23. März. Merz sagte, er bitte darum »keine falschen Rückschlüsse aus der Zahl der Beteiligten auf den Umfang des Koalitionsvertrags« zu ziehen. »Nicht jeder Teilnehmer wird zwei Seiten für den Vertrag schreiben.«
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