Deutsche um Eisenbichler fliegen davon, Norweger disqualifiziert
Markus Eisenbichler zeigt auf den letzten Flugmetern seiner erfolgreichen Karriere noch einmal seine große Klasse: Beim Skifliegen in Planica landet der Bayer in der Quali weit vorn. Ein norwegischer Konkurrent wird derweil disqualifiziert - wegen seines Anzugs.
Norwegens Skispringer haben knapp drei Wochen nach dem WM-Skandal von Trondheim die nächste Disqualifikation hinnehmen müssen. Bei der Qualifikation zum Weltcup-Finale im slowenischen Planica wurde Isak Andreas Langmo wegen seines Anzugs aus der Wertung genommen. Neben dem 20 Jahre jungen Norweger erwischte es auch Tate Frantz aus den USA und Sloweniens Youngster Ziga Jancar.
Wegen der bewussten Anzug-Manipulationen bei der WM hat der Weltverband Fis die fünf norwegischen Teilnehmer in Trondheim vorläufig suspendiert. Die Weltmeister Marius Lindvik und Johann André Forfang bestreiten, von den Praktiken gewusst zu haben. Die nachgerückten Sportler konnten sich allesamt nicht für das Finale am Freitag (15 Uhr/ARD und Eurosport) qualifizieren.
Vor allem beim Amerikaner Frantz, der bei den vergangenen Weltcup-Stationen dabei war, kommt die Disqualifikation überraschend. Schließlich dürfen die Springer seit dem Weltcup in Oslo vor gut zwei Wochen nur noch mit einem einzigen Anzug antreten. Ein zweiter Anzug kann als Backup zur Verfügung stehen, falls der erste kaputtgeht.
Auch sportlich führt die Regelung zu veränderten Kräfteverhältnissen. "Es hat sich einiges geändert, seitdem man nur noch einen Anzug springen darf seit der WM", sagte der frühere Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport.
Eisenbichler begeistert
Bei der Qualifikation sicherte sich Deutschland einen Dreifacherfolg. Olympiasieger Andreas Wellinger setzte sich vor Pius Paschke und Markus Eisenbichler durch. Für Eisenbichler ist es das letzte Flug-Wochenende seiner Karriere. "Das wird emotional", hatte der fünfmalige Weltmeister in seiner Rücktritts-Ankündigung verkündet. Rein sportlich verabschiedet sich der deutsche Rekordhalter (246 Meter) überaus würdig: Als er zuletzt in Vikersund die 220-Meter-Marke überflog, brüllte er voller Freude "I love this" (Ich liebe das) in die Kamera. Auch einige Minuten später am TV-Mikrofon schien Eisenbichler von dem Adrenalinschub noch beflügelt: "Skispringen ist mein Traum, mein Leben. Planica hupfe i nochmal runter."
Eisenbichler berichtete aber auch von Ängsten und starkem Zittern, wenn er oben auf dem Balken sitze. "Es ist das Richtige, dass ich aufhöre. Das packe ich nicht mehr lang."